Abbildung der fünf Mitglieder der Band Ditz in schwarz/weiß

Ditz

Photo
Andreia Lemos
Text
Sepp

CHINK CHINK CHINK

Metall auf Metall: Schwere Maschinen in einer düsteren Industriehalle im gleichförmigen Fertigungsprozess. Stanzen und Schneiden, Material wird in Form gebracht. Der Industrial Noise des alten Kapitalismus ist das bedrohliche, ständige Rauschen der Musik von DITZ. Manchmal grollend, manchmal klirrend scharf.


TSCHAK TSCHAK TSCHAK

DITZ sind in Brighton beheimatet und gehören zur spannenden Post-Punk-Szene Englands. Dem klassischen Sound fügt die Band eine Menge Noise und Industrial hinzu. Nach einigen Singles wurde das Album „The Great Regression“ Pandemie-bedingt verspätet in 2022 veröffentlich. Die Themen des Albums bleiben bestehen: die Zwänge der Leistungsgesellschaft werden in „Clocks“ mit bedrohlich inszenierten Metronom-gleichen Gleichen illustriert, „Ded Würst“ verpackt Klassenbewusstsein treibende Industrial-Rhytmen, Boulevardmedien in „Summer of Shark“, Social Media in „Three“ oder die Frage nach der eigenen Identität - „I am Kate Moss“ als Antithese zu dem früheren „I am Chris Martin“. Noise Rock-Sound und Neo-Post-Punk-Texte: Im schwitzigen Hamburger Club konnte ich mich dem gewaltigen Sound und der Performance von Frontperson Cal Francis nicht entziehen. Die Songs überrollen das Publikum und Cal Francis spielt mannigfaltig mit diesem Sound - schreit mit den Gitarren, erzählt gegen den Noise in den kurzen Pausen zum Durchatmen.


DITZ, DITZ, DITZ

Der einzige Ausweg aus der Dystopie ist Noise. Brachial, verzerrt, scharf klirrend. „No thanks, I‘m full“ heißt der instrumentale Klimax von DITZ. Erschöpfend und wütend - und trotzdem befreiend.