
Future Franz
Ich sitze alleine vorm Computer und Future Franz schaut mich erwartungsvoll an. Nicht in persona, nein, sondern vom Mousepad neben meinen Computer. Schreiben unten dem nicht wirklich strengen Blick des selbsternannten Bürgermeisters von Kornwestheim über eine erstaunliche Figur im Pop.
Stilvoll gekleidet mit Hawaiihemd, Fischerhut und Latschen erweckte Daniel Strohäcker seine Kunstfigur Future Franz 2019 zum Leben. Strohäcker ist nicht nur Kunstakademie-Absolvent, sondern als Produzent Äh, Dings bereits bei zahlreichen Songs von Maeckes, Tristan Busch oder Die Orsons beteiligt. Mit seinen 3 Veröffentlichungen „Normal“ (Indiepop-Hymnen der Absurdität), „Alleine vorm Computer“ (ein trauriger Soundtrack zur Post-Covid-Pandemie) und zuletzt „Magic“ (Realitätsflucht in schön) singt Future Franz über das tragisch-komische Leben, das für irgendwen, irgendwann und irgendwo daherkommt – das alles gehüllt in leichte Indiepop-Melodie. Hier trifft der Dada der Neuen Deutsche Welle auf Hit-Melodien, die jede Indie-Disko zum Qualmen bringt – auch als Nichtraucher möchte ich mich nach „Raucher“ fast nostalgisch neben den Marlb*ro-Cowboy in den Sonnenuntergang stellen. Why not?
In den Songs von Future Franz schwingt Magie - die Magie von fröhlich-melancholischen Indiepop-Melodien ebenso wie die magische Beschreibung der Absurditäten unserer Realität. Im täglichen Kuddelmuddel des Alltags zaubert der „Popstar des kleinen Mannes“ ein Lächeln ins Gesicht. Er weiß, wir wissen: Besser wird‘s nicht. Dann lieber jeden Tag Samstag!