Künstler Betterov kniend auf rotem Sportplatz von oben

Betterov

Foto
Rebecca Krämer
Text
Sonni

Hätte mir eine gute Freundin die Kernfakten zum Act „Betterov“ genannt, wäre ich nicht direkt umgekippt vor Inspiration und musikalischer Innovationskraft … Dude mit Gitarre fühlt sich unverstanden und macht darüber mal mehr, mal weniger traurigen Indie… aber uno secundo por favor! Zum Glück ist Musik, so wie vieles Gutes im Leben nicht immer rational erklärbar. Denn meinen ersten Song dieses Künstlers habe ich völlig zufällig auf einer Zugfahrt in meine Heimat gehört. Es war „Böller aus Polen“ - als die Zeile „Von allen Orten, die es gibt auf der Welt - Bin ich ausgerechnet hier geboren“ in meinen Kopf dröhnte, während ich (natürlich!) aus dem Zugfenster auf triste Felder starrte, schossen mir augenblicklich Tränen in die Augen. Es ist nichts unbedingt Unübliches aus einem kleinen Kaff im Osten zu kommen, sich mit künstlerischen Ambitionen von früh an ein bisschen Fehl am Platz zu fühlen und dass die eigene Sehnsucht weg zu wollen einmal mehr in Berlin endet - doch genau das eint den Sänger und mich.

Alle Themen des Debütalbums „Olympia“ werden in unprätentiösen Indie-Rock gepackt und genau damit hat sich Betterov ziemlich direkt und ehrlich in mein Herz gespielt. Der 28-jährige hat es geschafft männliche Melancholie in etwas zu verwandeln, was nicht anstrengend und lächerlich ist, sondern voller Zuversicht und Hoffnung steckt.

Also freut Euch ihr kleinen und großen Indie-Mäuse auf dieses Konzert und tanzt mit mir gemeinsam, gern auch mit tears in euren eyes!