Sinkane

Sinkane   adam tetzloff

Foto: Adam Tetzloff

Die Eigenversorgung auf Festivals ist größtenteils nicht nur auf dem Immergut einseitig und recht einfach gehalten: Der Zeltplatz scheint nicht der Ort für Experimente. Zeit, Lust und Ausstattung für größere kulinarische Ausschweifungen gibt es selten. Hauptsache gut gestärkt durch Wolken aus Holzkohledampf und den Geruch von Dosengerichten, die auf Camping-Kochern erwärmt wurden, zum Tanzen vor die Bühnen. Dort bittet Sinkane an den Tisch zum Menü vom 3-Sterne-Koch.

Gekocht wird hier vor allem mit Soul und Afro-Pop-Rhythmen. Keine schlechte Grundlage. „Zu wenig“ gibt es nicht – weiß man ja seit Biolek, aber hier und da eine unerwartete Zutat? Lecker! Der New Yorker Ahmed Gallab ist der Starkoch im eigenen Projekt Sinkane. Oder ist Sinkane gar Ahmed Gallab? Und überhaupt, wer oder was ist Sinkane? Eine Frage, die an anderer Stelle besser beantwortet werden kann.  Gehört habe ich Sinkane das erste Mal beim ausgedehnten samstäglichen Frühstück im Radio und ließ den Assoziationen freien Lauf: Afro-Beats, funky Bass und psychedelischen Twang? „Jeeper Creeper“ ließ einen wohligen Schauer über den Rücken laufen. Die besten Zutaten genommen und neu gemixt. Das erinnert an Omas Rezepte, die mit den urbanen  Zutaten des 21. Jahrhunderts aufgepeppt werden.

Selbst beim Schreiben läuft mir ein wenig das Wasser im Mund zusammen. Es darf, nein, es wird getanzt: Bei Sinkane werden die servierten musikalischen Köstlichkeiten direkt wieder abgetanzt.

Autor: Sepp

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