Jens Balzer

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Foto: Sven Marquardt

Ist es eigentlich clever, einen Musikkritiker auf das eigene Festival einzuladen? Als Leser und Autor eines Buches über den Zustand von Pop und Popmusik der Gegenwart? Einen Mann, der Konzert um Konzert besucht und in seinen Konzertberichten nichts beschönigt. Nun denn, im schlimmsten Fall gibt es einen gut lesbaren Verriss in einer Berliner Tageszeitung – das ist doch ‘was.

Doch nein, daran glaube ich nicht. Vielmehr freue ich mich auf eben jene Konzertberichte, vorgetragen vom Autor selbst: Jens Balzer. Er liest, doziert vielleicht, aus seinem Buch „Pop. Ein Panorama der Gegenwart“. Hört sich eventuell theoretisch und trocken an, ist jedoch pointiert und dank der einen oder anderen wilden These von hohem Unterhaltungswert. Daran lassen bereits die Kapitelüberschriften keinen Zweifel; nur leider bekomme das Bild nicht aus dem Kopf, dass Céline Dion plötzlich in „Blade Runner“ auftaucht... Danke also für die Überschrift „Elektrische Schafe träumen von Céline Dion“. Keine Science Fiction ist der Fundus an Konzertberichten, die das Buch mit Leben füllen und beim Lesen habe ich mich an der einen oder anderen Stelle sehr lebhaft an ähnliche oder gar dieselben, beschriebenen Konzerte erinnern können. Ein Plädoyer für den Konzertbesuch.

Der Panoramablick auf Pop und Popmusik aus der Froschperspektive, vorne links an der Bühne? Ein kleiner Tipp: Zum Glück gibt es auf dem Festivalgelände seit einigen Jahren einen Hochstand. Gleich neben der Bühne am Birkenhain. Zurücklehnen.  Perfekter Panoramablick. Auf Bühne, Menschen und Musik – ich möchte sagen, eigentlich Alles. Und da es im Pop der Gegenwart „also wie immer um Freiheit und Glück“ gehe, sagen wir: Jens Balzer, herzlich willkommen im Landschaftspark Pop!


Autor: Sepp

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